Kredite

Kredite können sehr sinnvoll sein. Mit einer derart überaus streitbaren These soll dieses spannende Kapitel der Finanzmathematik eröffnet werden. Natürlich muss sofort angegeben oder diskutiert werden, auf welcher Grundlage ein solcher Satz gelten soll, und wann er überhaupt Richtigkeit besitzen kann.

Kredite spielen immer dann eine Rolle, wenn über Kapital verfügt werden soll, welches selbst nicht aufgebracht werden kann. Darüber hinaus kann es auch Situationen geben, bei denen die finanziellen Reserven nicht völlig aufgebraucht werden sollen und es insofern besser ist Geld "'zu beschaffen"'.

Egal, welche Kreditform gewählt wird, in jedem Fall wird der Kreditgeber (Geldinstitut) das Kapital nicht ohne Gegenleistung überlassen - er wird Zinsen für die Überlassung von Kapital verlangen.

Alle Kredite werden für gewöhnlich in Raten zurückgezahlt. Eine Rate besteht aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil10.

Liest man sich in das Kapitel "'Kredite"' ein wenig ein und betrachtet man die in der Praxis zur Geltung kommenden Kreditverträge, wird sehr schnell deutlich, dass es eine große Anzahl von Kreditarchitekturen gibt. An dieser Stelle sollen einige Einflussfaktoren genannt werden, die einen Kreditverlauf beeinflussen.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Ratenkrediten und Annuitäten- und Hypothekendarlehen.

Bei der Vergabe von Kreditnamen bezüglich der Ratenkredite darf man sich nicht zu sehr beeindrucken lassen. Die Anbieter entwickeln große Fantasien um dem vermeindlichen Konsumenten einen Ratenkredit schmackhaft zu machen.

Im Dezember des Jahres 1999 hätte man bei einer bekannten Bank beispielsweise einen Weihnachtskredit abholen können. Der Effektivzins11 für dieses Angebot hatte allerdings nur wenig vom weihnachtlichen Gedanken.

Die Angebote von Ratenkrediten zu vergleichen ist oftmals wegen unterschiedlicher Randbedingungen außerordentlich schwierig. ZinsMath bietet drei Berechnungsmasken an, welche in dieser Dokumentation auch vorgestellt werden. Sollte keines der Verfahren einem Angebot entsprechen, wird ZinsMath über eine Renditeberechnung Transparenz schaffen. Der Nutzer kann somit alle Ratenkredite vergleichen.

Wenn allerdings der Begriff Annuitäten- oder Hypothekenkredit auftaucht, sind die Berechnungsgrundlagen im Allgemeinen vergleichbar. ZinsMath kann diese Kreditform nicht nur berechnen, sondern in seiner neuesten Release 3.0 auch Zahlungsverläufe (Tabellen) visuallisieren und ausdrucken.


Table 15: Anwendungen Kredite
Kreditform Anwendungsgebiete
Annuitäten- und Hypothekenkredit Finanzierung eines Grundstückes, einer Eigentumswohnung oder eines Hauses
Ratenkredit Schlussfinanzierung eines Annuitätendarlehens, Finanzierung eines Autos


Selbstverständlich kann man an dieser Stelle beliebig viele weitere Möglichkeiten angeben, die die Inanspruchnahme eines Kredites bedeuten könnten. Man sollte aber mit Kreditverträgen, egal welcher Art, sehr vorsichtig umgehen.

Annuitätendarlehen stellen gegenüber den Ratenkrediten eine gewisse Sonderstellung dar. Zum Erwerb von oben genanntem Eigentum sind derartige Kreditformen notwendig. Es macht in der Tat keinen Sinn bis ins höhere Lebensalter zu sparen um dann eine größere Anschaffung, beispielsweise in Form einer Eigentumswohnung, zu tätigen. Schließlich will man das neue Eigentum auch mit allen Familienmitgliedern noch genießen können. Hat man diverse finanzielle Grundlagen aufbauen können, kann man einer Finanzierung zum Schaffen von Wohneigentum locker entgegensehen.

Und noch etwas: Wer zur Miete wohnt, kann diese Kosten jederzeit in ein Annuitätendarlehen stecken, die Miete muss ja auch gezahlt werden. Im Gegensatz zur Miete können diese Kreditkosten (Voraussetzung: Eigenbedarf) steuerlich geltend gemacht werden. Wer dann noch Kinder hat, kassiert auch noch anderweitig...

Wo sind die Unterschiede zwischen einem Ratenkredit und einem Annuitätendarlehen zu sehen:

ZinsMath bietet bezüglich der Ratenkredite drei Formen der Berechnung an, welche in tabellarischer Form kurz beschrieben werden sollen. Die im Gegensatz zu den Ratenkrediten weitaus übersichtlichere Berechnung der Annuitäten- und Hypothekenkredite wird auf folgender Grundlage angeboten, siehe Tabelle 16.


Table 16: Berechnungsgrundlagen Kredite
  Berechnungsgrundlage
Ratenkredite I Diese Form der Ratenkreditberechnung wird gegenwärtig eher selten berücksichtigt. Sie wird aber auf Grundlage exakter Finanzmathematik in diesem Buch vorgestellt und im Paket ZinsMath angeboten.
Ratenkredite II Diese Form der Ratenkreditberechnung wird in der Praxis oft angewandt. Sie berücksichtigt allerdings nicht die Wirkung des unterjährigen Zinsflusses. Der Kreditnehmer zahlt somit vom ersten bis zum letzten Tag des Kreditverhältnisses Zinsen auf den vollen Finanzierungsbetrag.
Ratenkredite III Renditeberechnung aus Nominalkredit und Monatsrate
Annuitäten- und Hypothekenkredite Der Berechnungsalgorithmus unterstützt die im Allgemeinen angewendeten Formeln der Banken. Auf problematische Stellen wird in diesem Handbuch hingewiesen. Die Verrechung der Tilgung und die Anwendung des nominalen Zinssatzes wird hier eine zentrale Rolle spielen. [5],[6]


Wenden wir uns nun den einzelnen Berechnungen zu...



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Torsten Wehner, wehner[at]zinsmath.de