Somit bieten Lebensversicherungen - zumindest in grundlegenden Zügen - vorrangige Sicherheit. Lebensversicherungen können allerdings unterschiedliche Ziele verfolgen. Die Versicherer bieten in diesem Zuge diverse Konzepte an. Auf Grund der Mannigfaltigkeit dieser Zielsetzungen und Berechnungsgrundlagen sind aber entsprechende Angebote kritisch zu bewerten.
Zunächst muss man grundlegend eine Trennung der zwei bekannten Lebensversicherungsformen vornehmen. Man unterscheidet zwischen Risiko- und Kapitalbildenden Lebensversicherungen.
Wo ist nun der Unterschied der Versicherungsformen zu sehen?
Wie der Name schon zu verstehen gibt, kann eine Risiko-Lebensversicherung nur Ziele im "`Danach"' verfolgen. Außergewöhnlichen Egoismus verdrängend, macht eine solche Absicherung mehr als Sinn. Immobilien mit Restschulden, Kinder in der Ausbildung, Teilhaberschaften in Unternehmen oder die finanzielle Absicherung des Ehepartners etc. können Gründe für einen solchen Vertragsabschluss sein. Bei größeren Kreditverträgen (siehe Abschnitt 6.3) können die Gläubiger derartige Rückversicherungen sogar verlangen.
Risiko-Lebensversicherungen werden im Software-Paket ZinsMath nicht berücksichtigt. Der finanzmathematische Hintergrund soll aber an dieser Stelle kurz diskutiert werden.
In einer etwas saloppenArt kann gesagt werden, dass die Versicherungen über Statistiken verfügen, die Aufschluss über die Lebenserwartung ihrer Kundschaft liefern.
Aus diesem Grund wird der Beitragssatz (Prämie) für eine Risiko-Lebensversicherung vom Alter abhängig gemacht. Sie werden bei Vertragsabschluss unter Umständen sogar über Lebensgewohnheiten ausgefragt (sind sie Raucher, üben sie eine gefährliche Tätigkeit aus, welche Krankheiten hatten sie in der Vergangenheit...).
Der finanzmathematische Hintergrund ist aus Sicht der Versicherungen somit eher elementar zu beschreiben. Es existiert nur die Frage: "`Wie können die auf einen definierten Zeitraum lebenden Versicherungsnehmer versicherte Todesfälle in Form ihrer Beitragszahlungen abdecken?"' Die Sicherstellung dieser Aufgabe ist aber nicht Aufgabe des Versicherungsnehmers. Über diese mathematischen Rahmenbedingungen hinaus werden die Versicherungen auch einen Gewinn anstreben.
In Bezug auf die Auswahl eines entsprechenden Angebotes kann ein Versicherungsnehmer jedoch auf einfachem Wege Entscheidungen fällen. Man fordert von allen zugänglichen Anbietern Angebote an und entscheidet sich wahrscheinlich für das Angebot mit der geringsten monatlichen Belastung.
Empfehlung: Entscheiden Sie sich für eine reine Risiko-Lebensversicherung. Die Anbieter verquicken Angebote mit Kreditkarten, Unfallversicherungen, Kapitalbildenden Lebensversicherungen usw. Damit wird ein Vergleich unübersichtlich.
Kapitalbildende Lebensversicherungen bieten auf Grund ihrer Architektur einerseits die Möglichkeit den Todesfall abzusichern, andererseits ist es in dieser Form möglich ein Kapital anzusparen. Insofern sind die Kapitalbildenden Lebensversicherungen eine Alternative zum Ratensparen (siehe Abschnitt 2.2) und der reinen Risiko-Lebensversicherung.
Auf Grund der Rückversicherung des Todesfalles ist die Rendite dieser Sparform allerdings begrenzt.
In ZinsMath wird die Renditeberechnung von Kapitalbildenden Lebensversicherungen angeboten. Hierbei ist folgendes zu beachten: Neben den Parametern Laufzeit und monatlicher Anlagebetrag werden dem Versicherungsnehmer ein garantierter und ein voraussichtlicher Rückzahlungsbetrag mitgeteilt. Dieser Betrag wird Überschussbeteiligung genannt. Der garantierte Rückzahlungsbetrag beläuft sich oftmals, zumindest in der Größenordnung, auf die Summe aller Einzahlungen.
Die ZinsMath-Renditeberechnung bezieht sich auf den voraussichtlichen, nicht garantierten Rückzahlungsbetrag. Insofern kann die berechnete Rendite vom tatsächlichen Versicherungsverlauf abweichen. In der Regel erzielen die Versicherungen aber auch die in Aussicht gestellten Gewinne.